Hiragana – Vokabelrätsel

Seit Herbst letzten Jahres lerne ich jetzt japanisch. Es ist spannend, anders als alles was ich an Sprachen kenne und schwierig. Manchmal finde ich mich ja schon ganz klasse, bis ich dann auf der Sprach-CD die Originalsätze der Native-Speaker höre, dann schwant es mir: Mein Akzent muss grauenhaft sein. Gut, dass ich jeden Tag so lange im Auto sitze, und mir während der Fahrt die Sätze wieder und wieder anhören kann.

Bisher habe ich alles, was wir im Unterricht lernen in lateinischen Buchstaben, dem sogenannten roumaji, aufgeschrieben. Aber das ist natürlich auf Dauer Käse. Das Japanische verwendet 3 Schriftsysteme. Zwei phonetische Silbenschriften und die aus dem Chinesischen entlehnten bildhaften Schriftzeichen, die Kanji.

Als Anfänger lernt man zuerst die beiden Silbenschriften: Hiragana und Katakana. Beide haben je 46 Grundzeichen und ein paar Zeichenkombinationen, mit denen weitere Silben dargestellt werden können. Man muss also erstmal 102 Zeichen und ein paar Anwendungsregeln auswendig lernen. Und da hilft nur machen-machen-machen!

Für meine Mitstreiter und alle, die sonst noch den Blog lesen und zufällig gerade Hiragana lernen, habe ich ein kleines Wörtersuchspiel gebaut.

Folgende Wörter habe ich von oben nach unten oder links nach rechts verbaut:

Wohnzimmer, Blume, Junge, Garten, auf–über-oben, Kiste, Nähe-nahe bei, vor, unter, dort, rechts, links, neben-direkt daneben, Raum –Zimmer, Mädchen, Schrank, Fenster.

Hiragana-Suchrätsel 1
Die Lösung lade ich heute noch nicht hoch. Ist auch gar nicht so schwierig.
Viel Spaß beim knacken.
Liebe Grüße
Pia >j<

Fernweh

Unendlichkeit

Sabine von Ferngeweht fragt in ihrem Blog : “Was bedeutet für dich Fernweh?”.  Unter http://www.ferngeweht.de/blogparade-fernweh hat sie zur Blogparade aufgerufen. Dieses Gefühl kenne ich nur zu gut, also mache ich mit!

Was ist Fernweh?
Der Duden beschreibt es als “Die Sehnsucht nach Ferne”  und bezeichnet Reiselust in ferne Länder als Synonym. Laut Wikipedia ist Fernweh ein Kunstwort zur Benennung der Sehnsucht nach Ferne aus der Heimat heraus.

Fernweh drückt sich demnach aus in dem Wunsch nach Wegsein, Woanderssein, nach einer Auszeit, nach Abwechslung vom normalen Alltagstrott und Zerstreuung.

Mein Leben mit Familie und Beruf ist gar nicht langweilig und meine Freizeit ausgefüllt mit vielfältigen Hobbys. Ich bin ein sehr offener Mensch und stehe dem Leben positiv gegenüber. Manchmal beschäftigen mich fast zu viele Sachen, so dass ich denke, ich sollte meine Interessen stärker eingrenzen. Die Motive für mein Fernweh können nicht in der Suche nach Abwechslung und Zerstreuung liegen. Was ist es dann?

Das besondere am Reisen ist für mich das Eintauchen in eine andere Welt. Eine andere Kultur, andere gesellschaftliche Umgangsformen und Alltagsriten. Architektur und Landschaftsbilder sind andersartig, manchmal fremd: All die neuen Eindrück kann ich  einsaugen, wie ein Schwamm.  Dabei bin ich aufmerksam und bewege mich mit Achtsamkeit – auf Reisen bin ich ganz da in jedem einzelnen Moment und dadurch im Jetzt verankert. Das mag ich. Den Geist öffnen und den Horizont erweitern. Die Dinge mal von einer anderen Sicht betrachten, unbedarft und unvoreingenommen. Das gibt mir ein Gefühl von Freiheit, Leichtigkeit und jede Menge Inspiration. Das ist es, was ich in der Ferne suche.

Am besten gegen einen akuten Anfall von Fernweh hilft natürlich Reisen. Da das nicht immer so geht, habe ich diesen Blog angefangen. Wenn ich nicht in die fremde Kultur gehen kann, dann hole ich sie eben zu mir, hier in mein Leben Zuhause. Und tatsächlich funktioniert das ganz gut. Seit ich damit angefangen habe, mich intensiv mit Japan zu beschäftigen, bekomme ich immer wieder neue Impulse. So auch die Motivation, Japanisch zulernen. Innerhalb kürzester Zeit fand ich es einfach zu unbefriedigend, immer auf Übersetzungen zurückgreifen zu müssen, nun gehe ich einmal in der Woche in den Sprachkurs. In ein paar Jahren lese ich dann die Originale: Für eine einfache Zeitschrift benötigt man nur rund 1000 Kanji – 10 kenne ich schon *zwinker*. Ja, und was ich sonst noch so tu für die Japanese Inspiration, schreibe ich eben hier auf – Woche für Woche.

Liebe Grüße
Pia >j<

 PS: Bilder gucken hilft auch

Abflug in FFM
Anzeigetafel

Ankunft in Tokio – Narita AirportAnkunft_Narita

Ein paar der verschiedenen Gesichter TokiosTokyo01Asakusa
Harajuku_Sonntagmittag
Wegweiser
Tokio_Metro
Skytree mit Rabe
Vorgarten_Tempel

Parks, Tempel und Daibutsu
JapanischerGarten
Fukurokuju_Glücksgott
Daibutsu

Der Pazifik
Pazifik
Kamakura_Seeblick

Heimflug
Heimflug

 

 

 

 

Halbedelsteine und Herbstimpressionen

Es ist November, die Stühle stehen hinter dem Haus, ihr wisst schon: die Uhr wurde zurückgestellt, die Zeiger nach hinten gedreht, morgens wabern Nebelschwaden über die Landschaft.

Die letzten rosa Blüten meiner Rose ergeben ein wunderschönes Bett für die Armbänder aus hellblauem Achat mit Buddhaköpfen.

Buddha-in-a-bed-of-roses-

Auf den Blüten des Gartenschilfs liegen zwei Armbänder aus grauem Achat. Eines mit einer großen Drachenperle und eines mit kleinem Buddha-Kopf.

Achat-and-dragons

Die blauen Armbänder sind aus Tigeraugen.

Tigerauge_Buddha

Liebe Grüße
Pia >j<

 

grün oder blau oder blau oder grün

In den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts war es noch total verpönt, blau und grün miteinander zu kombinieren. “Grün und Blau – schmückt die Sau!” war die klare Ansage an alle Fashionistas in Sachen Farbe ja keinen Fehler zu machen.

10 Jahre später änderte sich das schlagartig mit dem Aufkommen der Popper und der karierten Karottenhosen in blau-grün, yeah!

japanese-pattern-blue-green

Eine richtig gute Frage ist, ob es in Japan auch Popper gab, mit vorne-lang-hinten-kurz-seitengescheitelter Fönfrisur, Karottenhosen und Collegeschuhen – ich weiß es nicht.  Könnte ich ja mal recherchieren, aber nicht heute. Tatsächlich poste ich heute nämlich gar nicht über Mode und ihre Veränderungen im Laufe der Zeit.  Sondern über Sprache und ihre Veränderungen im Zeitablauf, am Beispiel der japanischen Wörter für die Farbbezeichnungen blau und grün. Blau heißt ao. Grün heißt midori. Heute. Im Altjapanischen bedeutete ao noch grün. Das ist vorbei. Ao wird im alltäglichen Sprachgebrauch für grün nicht mehr verwendet. Mit einer Ausnahme, nämlich im Straßenverkehr, das grüne Licht der Ampel wird als “ao” bezeichnet. Also,  wenn die Ampel von rot umspringt und sich trotzdem keiner bewegt, heißt es: “Mann, blauer wirds nicht – fahr los!”.

Liebe Grüße
Pia >j<

Von Ikebana bis Manga – Japan zum Anfassen beim Japantag 2014 in Frankfurt

Jedes Jahr Anfang Oktober veranstaltet die Deutsch-Japanische Gesellschaft e.V. Frankfurt einen Japantag. Dieses Jahr fand er am 12.10. im Saalbau Titus-Therme im Nordwest-Zentrum statt.
Einen Nachmittag lang konnte man dort bei unterschiedlichen Ausstellern und Workshops in die verschiedenen Facetten der japanischen Kultur eintauchen.

Der Japantag ist eine komprimierte Rundreise durch die Kultur Japans. Es gibt eine kleine Gartenausstellung, einen Wettbewerb im Haiku – der japanischen Kurz-Gedichtform, Tanz- und Musik-Aufführungen, man kann Go, japanisches Schach, lernen und Süßigkeiten, so genannte “Wagashi” selbermachen. Aikido und Karate werden gezeigt und erklärt.

Dieses Jahr war auch die Filmtruppe von Nippon Connection e.V. dabei. Sie zeigten das Anime “Garden of Words” von Makoto Shinsai. Der Film zeigt die Geschichte des 15-jährigen Takao Akizuki, der während der Regenzeit lieber in den Park als in die Schule geht. Dort trifft er auf eine junge Frau, Yukari Yukino. Erst sitzen sie nur unter dem Pavillon im Nieselregen – jeder für sich. Takao zeichnet Schuhskizzen, denn es sein größter Traum, Schuhmacher zu werden. Yukari trinkt Bier und isst Schokolade. Doch dann beginnen sie ein kurzes Gespräch. Für die Dauer dieser Regenperiode werden sie sich regelmäßig vormittags im Park treffen, eine kleine Parallelwelt abseits ihrer normalen Leben.

GardenOfWOrds-03

Der Film ist liebevoll animiert und spielt in Tokio. Die beiden treffen sich im Shinjuku Gyoen, einem der größten und populärsten Parkanlagen in Tokio. Wir haben in diesem Park Katsumis Geburtstag gefeiert, also waren die Bilder für uns besonders schön.

Für die Dauer des Films hatten wir eine gedankliche Reise nach Tokio, eine Auszeit aus dem normalen Leben, wie die beiden Protagonisten des Films. So sah der Park im Januar aus.

Shinjuku Park Tokio

japanische Steinlaterne im Park

Nach unserer kurzen Auszeit beim Film gucken und den schönen Erinnerungen an den  Park haben wir uns am Essenstand mit kleinen japanischen “Tapas” gestärkt. Diese kleinen Köstlichkeiten heißen natürlich nicht Tapas, aber irgendwie erinnern sie daran. Wäre die Idee der vielen Kleinigkeiten zur Stärkung von den Japanern aus dem Spanischen übernommen wurde, würde mich das nicht überraschen. Es ist so typisch für die Kultur, schöne Dinge aus fremden Kulturen zu assimilieren. Haben sie aber nicht – Washoku ist urjapanisch.

Dann ging es weiter. An einem Stand konnte man eine Einführung in die Kalligraphie erhalten an einem anderen Origamis falten. Ich fand die Papieraffen einfach großartig:

Origami_Affen

Sumi-e die Kunst der Tuschemalerei konnte man entweder selber ausprobieren oder fertige Bilder und Papeterie-Artikel bei Galerie Knoetzmann kaufen.

Sumi-e_Galerie

Es gab einen Mitmachkurs für Ikebana. Die Kursleiterinnen hatten wunderschöne Stils erstellt.

Ikebana_Dahlien

Am besten gefielen mir die Stände und Ausstellungen, die mit Stoffen zutun hatten. Dieser Kimono ist wunderschön:

Kimono

Zwei Designerinnen zogen mich wegen meiner Liebe zu Stoffen besonders an. Beiden gemeinsam ist die japanese Inspirations, also der Transfer des japanischen Kulturguts in den europäischen Alltag. Die erste, die ich vorstellen möchte, ist Birgit Simons von BBags. Sie fertigt Taschen und Accessoires aus den Originalstoffen alter Kimonos und Obis. Diese sind nicht nur einfach wunderschön anzusehen, sondern auch schlau durchdacht. Eine Clutch aus einem gemusterten Kimonostoff hat die Größe einer Tablettasche – eine Tasche zwei Nutzungsmöglichkeiten.

bbags02
Mehr von ihr gibt es auf ihrem Blog und in ihrem DaWanda-Shop.
bbags

Bei Beata Gerlach von Maiko Design gab es auch Accessoires zum Anziehen und für Zuhause. Sie verarbeitet jedoch moderne japanische Stoffe und hat damit einen ganz anderen Stil. Besonders süß sind die handgefertigten Kokeshi – die japanische Puppen. Einer ihrer Mönche musste mit uns nachhause kommen.

Maiko_Design

Der nächste Japantag in Frankfurt findet im Oktober 2015 statt – wir werden wieder dabei sein.

Liebe Grüße
Pia >j<

Herbstblumen und ein gehäkelter Übertopf

Im Herbst bieten sämtliche Blumenläden, Gartencenter und Baumärkte die farbenprächtigen Chrysanthemenbüsche an. Ich kann da in keinem Jahr dran vorbeigehen, ohne mir auch einen Topf für die Eingangstür mitzunehmen. Diesesmal habe ich einen beerenroten Busch mitgenommen. Im Laden wurden dazu passende Holzkörbe angeboten.  Das sah wirklich nett aus. Aber ich kenne das schon. Wenn die Blumen verblüht sind, steht der Korb noch ein bisschen draussen rum, weil ich nicht gleich zum Wegräumen komme. Dann regnet es ein bisschen rein und dann noch ein bisschen und bevor ich ihn in den Keller räumen kann ist er vergammelt. Und dann kommt er hinten in die das-räum-ich-ganz-sicher-demnächst-weg-Ecke im Garten. Wo er bleibt und sich mit den übrigen Körben vergangener Jahre anfreundet.

Also musste ich mir etwas anderes einfallen lassen, denn blanko, also  im schmucken Plastiktopf konnte ich die Chrysantheme auch nicht vor die Tür stellen.  Meine Alternative wurde ein gehäkelter Übertopf aus Sisalkordel mit kleinem Luftmaschengürtel aus dicker Wolle, die die Farbe der Blüten wiederholt. Schön, nicht wahr?

Chrysantheme

Das Häkeln ist ganz einfach – ich füge am Ende des Posts eine kleine Beschreibung ein.

Neben den Chrysanthemen standen diese niedlichen Alpenveilchen in dem zuckersüßesten Bonbonrosa, das man sich vorstellen kann. Egal wie grau der Herbst jetzt sein wird, diese kleinen Blümchen zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht – so kawaii.

Candy_Veilchen

liebe Grüße
Pia >j<

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Gyoza – nach Mieko Art

Gyoza_doneGyoza – japanische Teigtaschen sind ein sehr populäres Gericht in Japan. Ihren Ursprung haben sie in der chinesischen Küche, entsprechend der typischen japanischen Art wurde das Gericht japanisiert und in die traditionelle Küche übernommen. Das Teiggericht ähnelt  schwäbischen Maultaschen, ich finde Gyoza aber viel köstlicher. Die eigene Herstellung ist ein bisschen aufwändig, weil jedes Gyoza per Hand gefüllt und gefaltet wird, aber der großartige Geschmack lässt einen die Frimelei schnell vergessen.

Die eigentliche Idee von Gyoza ist die Resteverwertung. Man nehme, was sich in der Küche an Fleisch, Fisch und Gemüse so angesammelt hat, verpacke es in kleinen Täschchen und zaubert so ein ganz neues Gericht. Resteverwertung und Recycling sozusagen.
Die Gyoza meiner Schwiegermutter, Mieko, waren aber immer aus komplett neuen Zutaten: Gyoza-Teigblätter, Schweinehack, Spitzkohl, Schnittlauch, Ingwer und Sojasauce.
Nach diesem Rezept haben wir am vergangenen Wochenende gekocht und die Portion für 4 Personen reichte gerade so für zwei…

Liebe Grüße
Pia >j<

für alle die Lust haben nachzukochen, habe ich hier das Rezept:
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Die Farben des Herbstes

In Japan werden die Jahreszeiten besonders verehrt. Diese Verehrung  wurzelt im Shintoismus, der japanischen Naturreligion. Die Natur wird vergöttert, das Bewusstsein konzentriert sich auf das Hier-und-Jetzt. Eine besonders beliebte Jahreszeit in Japan ist der Herbst. Die drückende Hitze des Sommers ist gewichen und der Winter mit seiner klirrenden Kälte noch nicht gegenwärtig. Das Klima ist gemäßigt und die Natur bietet jetzt eine Fülle an Lebensmitteln und die schönsten Farben. Es gibt eine Menge typischer Herbstpflanzen, die in Japan und  Deutschland sogar großenteils identisch sind. Eine davon ist die Chrysantheme. Sie ist die klassische Herbstblume schlechthin. Es gibt sie in vielen warmen Herbstönen. Ihre Farben haben uns bei der Wahl der Materialen für unsere Armbänder inspiriert.

Roter GranatBracelet silver

Gelbe JadeBracelet Jade yellow

Katzenaugen in altrosaBracelet Buddha

und in violettBracelet Buddha violett

Eines der rosanen Armbänder verschenke ich morgen. Dafür habe ich aus Organza in herbstlichen Farben ein passendes Säckchen genäht – natürlich mit der kleinen Libelle… diy, Geschenksäckchen, selber nähen

Ich hoffe, es wird der Beschenkten gefallen.

Liebe Grüße
Pia >j<

Tada ima oder was das Yarncamp mit japanischen Begrüßungsfloskeln verbindet

Tada ima – ich bin wieder da! rufen die japanischen Kinder ins Haus, wenn sie nachmittags aus der Schule zurückkommen.
Ich bin weder Kind, noch japanisch, aber endlich wieder da. Darum rufe ich jetzt auch “Tada ima”!

Meinen ersten Blogbeitrag nach der langen Pause widme ich dem Organisatorenteam des Yarncamps 2014. Die Begeisterung, mit der sie von ihren Blogs erzählt haben und die vielen Tipps und Ideen rund um das Thema Social Media waren mitreißend inspirierend.
Vielen Dank an Lutz von maleknitting, Julia von the cookingknitter, Romy von snoopsmaus und an Rebekka von Blog.badenheuer.net, deren Facebook-Seite voller schöner Bilder und Eindrücke vom Yarncamp ist!
Yarncamp2014

Dja mata – bis bald.

Liebe Grüße
Pia >j<